fbpx
×
Wähle jetzt deinen Channel aus: Radio Nordseewelle Livestream Radio Nordseewelle (Region Wilhelmshaven / Friesland)
skip to Main Content
04931 973000
info@radio-nordseewelle.de
Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

6. Sinfoniekonzert – Stuttgarter Kammerorchester und Katia & Marielle Labèque

29.02.2020 - 20:00

Zum sechsten Sinfoniekonzert der Saison kommt am Samstag, 29. Februar 2020, um 20 Uhr ein renommierter Klangkörper aus Süddeutschland in die Stadthalle Wilhelmshaven: das Stuttgarter Kammerorchester (SKO). Gegründet wurde es bereits 1945 und gehört längst zu den renommiertesten Ensembles seiner Art. Seit 75 Jahren nimmt es somit einen herausragenden Platz in der internationalen Orchesterlandschaft ein und begeistert Klassikliebhaber weltweit. Unter der Leitung des deutschägyptischen Dirigenten Nabil Shehata stehen Werke von David Diamond und Guillaume Lekeu auf dem Programm. Daneben erklingt mit dem Weltklasse-Klavierduo Katia und Marielle Labèque das Konzert für zwei Klaviere und Orchester von Philip Glass sowie der berühmte „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns.

Das Stuttgarter Kammerorchester begeistert durch seine Verbindung von Tradition und Entdeckergeist. Neben der Neuinterpretation seines Kernrepertoires von Johann Sebastian Bach bis ins 20. Jahrhundert widmet sich das Stuttgarter Kammerorchester auch spannenden Projekten in der zeitgenössischen Musik. Das zeigt sich auch in seinem Programm beim Gastspiel in Wilhelmshaven.

Zum Einstieg stellt sich der Klangkörper mit „Rounds“ für Streichorchester von David Diamond vor. 1944 entstanden, zählt das Werk mit seiner schwungvollen, unbefangenen Freude und frischen Bewegtheit zu den überzeugendsten Kompositionen des 2005 verstorbenen Amerikaners. Mit Philip Glass, einem der bedeutendsten Vertreter der Minimal Music, verbindet das SKO seit der Chefdirigenten-Ära von Dennis Russell Davies eine enge musikalische Freundschaft. Da liegt es nur nahe, sein Konzert für zwei Klaviere und Orchester aufzuführen, das der Komponist wiederum den Schwestern Katia und Marielle Labèque auf den Leib geschrieben hat. Seit Jahrzehnten gelten die beiden als das international führende Klavierduo und treten regelmäßig in den berühmtesten Konzerthäusern und bei Festivals rund um den Globus auf. In ihrem Zusammenspiel überwältigen die Labèques mit technischer Brillanz auf der einen sowie dem Willen und dem Vermögen zu nachhaltigen, eigenständigen künstlerischen Aussagen auf der anderen Seite. Dabei verkörpern die Schwestern ein Wunder an musikalischer Harmonie. Jede sich ändernde Nuance der Dynamik oder des Tempos der einen wird direkt von der anderen aufgegriffen und zu einer gemeinsamen Aussage verarbeitet. Dadurch sind ihre Auftritte immer besondere Konzerterlebnisse größter Intensität und Dichte, die das Publikum begeistern. 2015 brachte das Klavierduo das ihm gewidmete Doppelkonzert von Philip Glass in der Walt Disney Hall in Los Angeles mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Gustavo Dudamel zur Uraufführung und hat es seitdem auf vielen Konzertpodien weltweit interpretiert.

Danach ermöglicht das Programm die Entdeckung des kaum bekannten belgischen Komponisten Guillaume Lekeu. Als Meisterschüler von César Franck und Vincent d’Indy schuf der Wallone in knapp sechs Jahren zwischen 1887 und 1893 einige der bedeutendsten Musikwerke des „Fin de Siècle“. Seine kompositorischen Potenziale konnte er danach jedoch nicht mehr ausschöpfen, denn er starb 1894 tragisch im Alter von nur 24 Jahren an Typhus. Sein Adagio für Streichorchester ist von anrührender Schönheit und verrät eindeutig, dass der Belgier auch ein bedeutender Sinfoniker hätte werden können.

Zum krönenden Abschluss kredenzen die Labèques schließlich mit dem SKO eines der geistreichsten und vergnüglichsten Stücke französischer Musik überhaupt, den „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns. Das 1886 entstandene Kabinettstück musikalischen Humors ist das heute wohl bekannteste Werk des französischen Komponisten – und wurde von ihm gar nicht für Kinder geschrieben! Entstanden ist es vielmehr als Gelegenheitsarbeit für ein Hauskonzert im Freundeskreis mit zahlreichen ironischen Anspielungen auf Werke anderer Komponisten wie Mozart, Rossini, Berlioz und Offenbach. Um diese zum Teil noch lebenden Kollegen nicht zu düpieren und seinen Ruf als ernstzunehmender Künstler nicht aufs Spiel zu setzen, unterband der Komponist zu seinen Lebzeiten öffentliche Aufführungen durch ein generelles Verbot. Damit wollte er auch sicherstellen, dass die zu erwartende Popularität des „Karneval der Tiere“ nicht die Aufmerksamkeit an seinen „gewichtigeren“ Werken wie den Sinfonien und Opern gefährdete. Erst ein Jahr nach dem Tod von Camille Saint-Saëns erschien das Werk 1922 schließlich im Druck. Es mutet wie eine Ironie des Schicksals an, dass sich Saint-Saëns‘ einstige Befürchtung rückblickend bewahrheiten sollte: Heute wird sein Name vor allem mit dem „Karneval der Tiere“ in Verbindung gebracht

Details

Datum:
29.02.2020
Zeit:
20:00

Veranstaltungsort

Stadthalle Wilhelmshaven
Grenzstraße 24
Wilhelmshaven, 26382 Deutschland
Back To Top