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Der Jahresstart 1979 ist ein Bilderbuchwinter. Seit dem Jahreswechsel liegt Schnee an der Küste. Teilweise schon da so viel, dass es problematisch ist. Über den Januar hinweg friert es konstant. Die Schneedecke bleibt durchgehend geschlossen. Am 13. Februar sorgt das innerhalb von wenigen Stunden für das absolute Chaos.

Die Rettungskräfte sind auch im Wangerland rund um die Uhr im Einsatz. Foto: Hubert Rohlfs

Am Abend zieht ein Sturm auf – die ganze Nacht fällt Schnee, bis zu 50 Zentimeter hoch. Der eisige Wind von der Nordsee türmt die weißen Massen allerdings bis zu zehn Metern höhe auf. Schnell ist klar: mit den herkömmlichen Mitteln kommen die Räumdienste dagegen nicht an. In ganz Ostfriesland, Friesland und Wilhelmshaven wird der Katastrophenfall ausgerufen.

In den kommenden Tagen spielen sich Szenen wie aus einem Kinofilm ab. Die Bundeswehr ist jetzt mit mehreren Tausend Soldaten an der Küste im Einsatz. Mit schwerem Gerät werden Kanäle in die meterhohen Schneewände gefräst. Kranke werden mit dem Panzer in die kaum zugänglichen Krankenhäuser gebracht. Die Inseln und abgelegene Orte werden per Hubschrauber versorgt denn nach einigen Tagen wird selbst das Nötigste wie Mehl oder Hefe knapp.

Die Versorgung kann in abgelegenen Regionen nur noch mit dem Hubschrauber sichergestellt werden. Foto: Hubert Rohlfs

Die Schneekatastrophe 1979 steckt voller besonderer Erinnerungen und Geschichten. Hier erinnern sich Peter Kreier, Manfred Heldt, Dieter Gese und Natascha Rösler an das Geschehen vor 40 Jahren.

Bei wem der Wind besonders ungünstig auf die Terasse steht ist selbst das verlassen der eigenen vier Wände ein Problem. Foto: Randolf Weber

Der Wind türmt den Schnee auf den Gehwegen teilweise meterhoch auf. Foto: Herbert Rohlfs

Der Bahnhof in Schortens ist damals kaum noch zu erreichen. Foto: Antonie Wahl

Gleichzeitig gilt ein absolutes Fahrverbot an der Küste. Andere kommen nicht mehr vom Fleck. Bei Zetel sind über 200 Menschen vom Schnee in ihren Autos eingeschlossen werden. Kurz vor Wilhelmshaven steckt ein Zug fest der erst nach zwei Tagen mit einer Schneefräse aus Bayern befreit werden kann.

Besondere Probleme kommen auf die Landwirte zu: Die Kühe müssen trotz Katastrophenwetter gemolken werden. Die Milch kann allerdings kaum abtransportiert werden. Hier und da schlagen sich schwere LKW zu Höfen durch und holen eine Ladung, andernorts wird der Transport per Schlitten organisiert. Am Ende müssen die Bauern jedoch trotzdem 800.000 Liter Milch einfach wegschütten.

Erst nach etwa einer Woche werden der Katastrophenfall und die Fahrverbote aufgehoben. Die Landesregierung bilanziert Kosten von einer Millionen Mark nach sechs Tagen. Außerdem kommen an der Küste zwei Menschen ums Leben.

Die Rettungsdienste wurden genau wie alle anderen von den Schneemassen überrascht. Teilweise auch, weil sie so ein Szenario für nicht möglich gehalten haben. Dieter Gese vom Zivil- und Katastrophenschutz in Wilhelmshaven erinnert sich an eine Übung, die nur ein paar Monate vor der Schneekatastrophe stattgefunden hat.

Dank Fahrverbot bleibt der Käfer im Winterschlaf in Zetel-Bohlenberge. Foto: Margarete Köster

Die Schneeverwehungen lassen Autos an der ganzen Küste unter sich verschwinden – hier in Norddeich. Foto: Randolf Weber

Der Verlauf der Schneekatastrophe 1979 zusammengefasst von Hauke Mucha:

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