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22.09.2021

Neue Corona-Verordnung in Niedersachsen ab heute

Neue Corona-Verordnung weitet 2G-Regel aus – Fragen und Antworten

(dpa/lni) – Am Dienstag ist in Hannover eine überarbeitete Corona-Verordnung für Niedersachsen vorgestellt worden. In einigen Bereichen könnte der Alltag für ungeimpfte Menschen bereits in den kommenden Tagen schwieriger werden. Was sich im Land ändert:WAS IST NEU?

– Neu ist vor allem die Ausweitung der 2G-Regelung. Diese ist künftig auch in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen möglich. Wenn sich etwa ein Restaurant oder Veranstalter dafür entscheidet, nur noch vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen oder Genesene Zutritt zu gewähren, muss dort keine Maske mehr getragen werden oder Abstand gehalten werden. «Wir möchten, dass das Leben für diejenigen Menschen, die sich bereits haben impfen lassen, so unkompliziert und so wenig beeinträchtigt wie möglich weitergehen kann», sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Zudem wurde präzisiert, was droht, wenn Corona-Warnstufen erreicht werden.

WELCHE AUSNAHMEN GIBT ES BEI DER 2G-REGELUNG?

– Wer maximal 18 Jahre alt ist, kann bei 2G auch ohne Corona-Test, Impfung und Genesung in ein Restaurant oder zu einer Veranstaltung gehen. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen noch nicht impfen lassen konnten, können auch rein, aber nur mit einem offiziellen negativen Corona-Schnelltest-Resultat.

WAS BEDEUTET DAS 2G-MODELL FÜR UNGEIMPFTE UND GETESTETE?

– Bei einem 2G-Modell reicht ein negativer Corona-Test in der Regel nicht mehr aus. Somit könnte der Alltag für ungeimpfte Menschen komplizierter werden, weil ihnen droht, in mehr Bereichen keinen Zutritt mehr zu bekommen. Für die anderen Menschen ist mit der neuen Verordnung keine wirkliche Veränderung festzustellen.

WELCHE OBERGRENZE GILT BEI VERANSTALTUNGEN, DIE AUF DAS 2G-MODELL SETZEN?

– Maximal sind 25 000 Zuschauerinnen und Zuschauer erlaubt. Wenn also etwa Fußballvereine mit Stadien, die mehr als 25 000 Plätze haben, auf ein 2G-Modell setzen, dürfen sie dennoch nicht alle ihre Plätze belegen. In Niedersachsen haben etwa der VfL Wolfsburg oder Hannover 96 Stadien mit mehr als 25 000 Plätzen.

WAS HAT ES MIT DEN WARNSTUFEN AUF SICH?

– Die Landesregierung hat drei Warnstufen definiert, die in ihren Einschränkungen aufsteigend sind. Sie sind nach mehreren Indikatoren unterteilt. Davon müssen mehrere Werte an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten oder unterschritten sein, um Maßnahmen zu verschärfen oder zu lockern. Die Verschärfungen treffen vor allem Menschen, die noch nicht geimpft sind.

WERDEN VERSCHÄRFUNGEN DANN LANDESWEIT AUSGERUFEN ODER NUR IN EINEM LANDKREIS ODER EINER KREISFREIEN STADT?

– Beides ist möglich. Wenn die Indikatoren Hospitalisierung und Intensivbetten die kritischen Werte über- oder unterschreiten, werden die Warnstufen vom Land ausgerufen. Wenn hingegen die Indikatoren Hospitalisierung und Neuinfizierte die Schwellenwerte überschreiten, rufen Landkreise oder kreisfreie Städte die Warnstufen aus.

Hintergrund ist, dass die Werte Hospitalisierung und Intensivbetten landesweit erhoben werden, während sich die Sieben-Tages-Inzidenz bei den Neuinfizierten auf den Wert in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bezieht.

WIE KANN ICH ERFAHREN, DASS ES IN MEINEM LANDKREIS ODER KREISFREIEN STADT VERSCHÄRFUNGEN ODER LOCKERUNGEN GIBT?

Die betroffenen Regionen teilen das in der Regel über Allgemeinverfügungen mit, die oft auf deren Internetseiten nachzulesen sind.

WAS SIND GEPLANTE VERSCHÄRFUNGEN BEI WARNSTUFEN?

Gilt die Warnstufe 2, ist in der Innengastronomie etwa das 2G-Modell verpflichtend. Unterschiede gibt es ebenfalls beispielsweise bei größeren Veranstaltungen ab 1000 Besuchern: Während bei der ersten Warnstufe 3G möglich ist und dann ein negativer Corona-Schnelltest als Nachweis reicht, wird bei der zweiten Warnstufe ein negativer PCR-Test verlangt. Ab der dritten Warnstufe sind Veranstalter drinnen zu 2G verpflichtet, draußen braucht es einen negativen PCR-Testnachweis.

WAS BEDEUTET DAS UNTERM STRICH FÜR VERBRAUCHER UND VERBRAUCHERINNEN?

Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Menschen ändert sich erkennbar nichts im Alltag. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sollen ebenfalls Zutritt erhalten. Für ungeimpfte Erwachsene kann es hingegen deutlich unbequemer werden. Corona-Schnelltests sind in wenigen Wochen nicht mehr kostenlos und die als verlässlicher geltenden PCR-Tests sind in der Regel noch teurer. Somit könnte der Alltag ohne Impfung relativ schnell ins Geld gehen.

ÄNDERN SICH REGELUNGEN IN DEN SCHULEN?

Ja, Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen müssen künftig keine Maske mehr im Unterricht tragen. Die dreimalige Testpflicht pro Woche bleibt zunächst bestehen. Wer vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich nicht testen.


Ab heute kein 3G mehr im Landkreis Wittmund

Im Landkreis Wittmund gibt es ab heute kein 3G mehr. Das teilt die Kreisverwaltung mit, weil die Inzidenz da zuletzt wieder deutlich gesunken ist. Erst in der vergangenen Woche war die 3G-Regel in Wittmund eingeführt. Momentan hat der Kreis sogar den niedrigsten Wert in ganz Niedersachsen. Die Inzidenz liegt gerade bei 9.

Wulff kritisiert Corona-Schul-Politik in Niedersachsen

Altbundespräsident Christian Wulff kritisiert die Ungleichbehandlung junger Menschen in der Pandemie. Vor allem die Beschränkungen für Schüler in Niedersachsen halte er für sehr streng und überzogen. Das sagte Wulff der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Er spielt damit vor allem auf die Maskenpflicht im Unterricht an, die gilt für alle Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse. Kinder und Jugendliche hätten lange Zeit Einschränkungen in Kauf und Rücksicht auf die Älteren nehmen müssen, so Wulff. Sie bekämen dafür allerdings wenig zurück.

Gute Buchungslage auf den Inseln in 2021

Die Ostfriesischen Inseln haben in diesem Jahr einen großen Touristenandrang verzeichnet. Die Buchungslage war in Teilen sogar besser als vor der Pandemie, bestätigt der Geschäftsführer der ostfriesischen Inseln GmbH, Göran Sell. Die Hygieneauflagen waren demnach sowohl für Gastronomen als auch für die Gäste kein großes Problem. Sell zeigte sich vor allem zufrieden damit, dass das Land in seiner Corona-Verordnung in diesem Jahr häufig auf die Vorschläge der Insulaner eingegangen ist.   

Neue Quarantäne-Verordnung vom Land

In Niedersachsengelten demnächst neue Quarantäne-Regeln. Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten können sich nach fünf Tagen mit einem PCR-Test von der Quarantäne befreien – mit einem Schnelltest geht das erst nach sieben Tagen. Wer sich im Laufe der Quarantäne nicht testet, für den endet sie nach zehn Tagen. Kinder und Jugendliche können sich auch nach fünf Tagen freitesten, für sie reicht aber ein negativer Schnelltest unter professioneller Aufsicht.

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