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22.03.2021

Küstenlander wollen Osterurlaub im eigenen Bundesland

Die Küstenländer Schleswig Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wollen ihren Bürgern kontaktarmen Osterurlaub im eigenen Land ermöglichen. Dafür wollen die Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU), Manuela Schwesig und Stephan Weil (beide SPD) beim Bund-Länder-Gipfel am Montag werben, wie die Staatskanzleien der Länder am Sonntag mitteilten. Demnach soll Urlaub nur innerhalb des eigenen Bundeslandes in Einrichtungen mit Selbstversorgung und eigenen sanitären Anlagen erlaubt sein. Dies würde gelten für Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Campingwagen und Wohnmobile.

Voraussetzung soll ein negativer PoC-Antigen-Test kurz vor der Anreise sein. «Weitere Bedingungen wie Hygienekonzepte und Kapazitätsbeschränkungen wären auf Landesebene zu treffen», hieß es. Und für die angrenzenden Stadtstaaten Hamburg und Bremen wären «gesonderte Regelungen zu treffen», hieß es.

Viele Menschen wünschten sich sehr einen Kurzurlaub in Deutschland, was nach den bislang geltenden Regelungen nicht möglich sei. Die Entscheidung der Bundesregierung, unter anderem Mallorca für Urlaubsreisen über Ostern zu öffnen, stoße vor diesem Hintergrund bei vielen Bürgern auf Unverständnis. Auf der anderen Seite sei ein starker Anstieg der Infektionszahlen zu verzeichnen, der besondere Vorsicht gebiete.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte, auch über Ostern müsse die Mobilität nach Möglichkeit begrenzt werden. Das gehe aber nicht ohne Verständnis und Unterstützung in der Bevölkerung. «Die Mallorca-Entscheidung der Bundesregierung erweist sich dabei in der Vermittlung als spürbarer Ballast. Mit unserem Vorschlag eröffnen wir in einem eng begrenzten Bereich eine Alternative für einen sicheren Urlaub in der Heimat.»

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte: «Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb die Bundesregierung einen Urlaub auf Mallorca für sicherer hält als ein Osterwochenende mit Testpflicht in einer Ferienwohnung an Nord- oder Ostsee.» Klar sei jedoch, man müsse angesichts bundesweit steigender Infektionszahlen weiter vorsichtig und achtsam sein. «Deshalb setze ich mich für einen sicheren Urlaub nach klaren Regeln in der eigenen Region ein.»

Corona-Zahlen vom Wochenende

Über das Wochenende sind die Corona-Zahlen an der Küste wieder stark gestiegen: Der Kreis Leer hatte mehr als 50 Neuinfektionen – außerdem gab es dort einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Corona. Die Inzidenz liegt in Leer bei 124. Auch in Wilhelmshaven steigt die Inzidenz: der Wert liegt bei 86. Im Kreis Aurich gab es mehr als 30 Neue Fälle – die Inzidenz ist bei 41. Emden und Wittmund haben ebenfalls Inzidenzwerte um die 40 – nur noch der Kreis Friesland liegt unter einer Inzidenz von 35.

Ärzte dämpfen Erwartung an Impfung in Praxis

Der Auricher Ärzteverein warnt vor zu hohen Erwartungen an die Corona-Impfungen beim Hausarzt. Zunächst würde das nur sehr schleppend losgehen, weil einfach nicht genug Impfstoff zur Verfügung steht, so ein Sprecher. Die Ärzte seien zwar bereit, aber die Impfungen jetzt auch in den Praxen durchzuführen sei nicht das Allheimittel für den Impfstau. In der vergangenen Woche hatten Bund und Länder vereinbart, dass nach Ostern auch in den Hausarztpraxen geimpft werden soll.

Verstöße gegen Corona Regeln

An der Küste gab es am Wochenende wieder zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Regeln. Alleine in WHV und Friesland war die Polizei deshalb über 40 Mal unterwegs. Dabei wurden auch einige Parties aufgelöst – gegen viele der Beteiligten  wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Auch im Kreis Leer wurden wieder Verstöße geahndet – unter anderem deshalb, weil in einem Auto Personen aus vier Haushalten ohne Maske saßen.

Grippesaison bisher fast komplett ausgefallen

Die Grippesaison ist bisher fast komplett ausgefallen. Deutschlandweit wurden erst 449 Fälle gemeldet – vor einem Jahr waren es über 100.000. Beim Gesundheitsamt im Kreis Aurich wurde bisher noch kein einziger Fall gemeldet. Das liegt hauptsächlich an den Maßnahmen durch die Corona-Pandemie. Masken und Hygieneregeln würden dafür sorgen, dass Infektionskrankheiten stark zurückgehen. Das zeigt sich auch bei anderen Saisonalen Erkrankungen, wie z.B. dem Noro-Virus oder üblichen Erkältungskrankheiten.

Mehr Häusliche Gewalt durch Lockdown

Das Land hat heute seine Kriminalstatistik für 2020 veröffentlicht. Es gab mehr Fälle von häuslicher Gewalt in Niedersachsen. Über 21.000 Fälle wurden im letzten Jahr registriert – ein Anstieg von 7 Prozent. Das hängt laut den Behörden vor allem mit den Voraussetzungen durch die Pandemie zusammen. Außerdem steigt die Cyber-Kriminalität weiter an – besonders Fake-Shops hatten 2020 Konjunktur. Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr aber zurückgegangen, auch das hängt mit der Pandemie zusammen. Gleichzeitig liegt die Aufklärungsquote mit 64 Prozent so hoch wie noch nie.

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