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13.04.2021

Weil verteidigt Modellprojekt

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hält die geplante Notbremsen-Regelung im Infektionsschutzgesetz für grundsätzlich richtig. Auf einer Pressekonferenz hat er aber gleichzeitig deutlich gemacht, dass die Regelung in Niedersachsen sowieso in ähnlicher Art und Weise schon umgesetzt wurde. Nach der neuen Regelung müssen alle Länder ab einer Inzidenz von 100 schärfere Corona-Maßnahmen anordnen. Im gleichen Zug hat Weil das Projekt mit den Modellkommunen verteidigt.

Das ist meines Erachtens sehr wichtig, denn wir werden solange mit deutlichen Schutzmaßnahmen leben müssen, bis wir in unserer Gesellschaft ausreichend geimpft sind – also irgendwann im Sommer. Und ich möchte mir persönlich nicht ausmalen, dass sich die Situation, die wir jetzt haben, bis in den Sommer fortsetzt. Gerade deswegen halte ich es für notwendig, dass wir jetzt Erfahrungen sammeln.

Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen

Gestern war die Stadt Emden vorerst aus dem Modellprojekt ausgestiegen – das Land hatte den Starttermin für das Vorhaben mehrmals verschoben. Daher wären auch viele Teilnehmer in Emden skeptisch gewesen, heißt es in einer Begründung der Stadt.

Viele Impftermine im Landkreis Aurich werden nicht wahrgenommen

Im Landkreis Aurich wurden gerade in den vergangenen Tagen viele Impftermine nicht wahrgenommen. Wie die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung schreibt, sind beispielsweise am Samstag 100 Impfungen ausgefallen – die angemeldeten Personen sind teilweise nicht gekommen oder haben die Impfung vor Ort abgelehnt. An dem Tag waren eigentlich über 600 Terminemit AstraZeneca angesetzt. Gestern sind 80 Personen nicht zum Impfzentrum in Georgsheil gekommen. Die Kreisverwaltung hat einige Leute davon angerufen, die teilweise meinten, dass sie lieber auf einen Termin beim Hausarzt warten würden. Der Landkreis weist daraufhin, dass das die Impfaktion stoppt und die Hausärzte derzeit nur kleine Mengen an Impfstoff bekommen.

Ostfriesische Inseln schlagen Pilotprojekt bei der Landesregierung vor

Die ostfriesischen Inseln haben der niedersächsischen Landesregierung jetzt ein Pilotprojekt für die Tourismusöffnung vorgeschlagen. Das teilt die Inselbürgermeisterin von Langeoog Heike Horn mit. Mit dem Konzept könnten touristische Übernachtungen auf den Inseln wieder möglich sein, gleichzeitig könnten auch der Einzelhandel, die Gastronomie und auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen wieder aufmachen. Alle Gäste würden vor der Anreise auf Corona getestet werden und nochmal 48 Stunden danach. Erst mit dem zweiten Test dürften sie dann auch alle touristischen Angebote nutzen können. Auch die Insulaner und die Beschäftigten im Tourismus würden bei dem Projekt getestet werden.

Weiterer Corona-Todesfall im Landkreis Friesland

Im Landkreis Friesland ist eine weitere Person an Corona-Folgen verstorben. Nach Kreisangaben ist es der 39. Todesfall in Friesland seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres. Die Infektionslage bleibt im Kreisgebiet dagegen relativ entspannt. Das Landesgesundheitsamt hat in Friesland für gestern einen Inzidenzwert von 46,6 gemeldet. 

Bisher nur eine Anmeldung für das Modellprojekt in Aurich

Die Planungen für das Modellprojekt in der Stadt Aurich gehen nur schleppend voran. Wie ein Kreissprecher mitteilt, hat sich bisher nur das Kino in der Stadt als Teilnehmer für das Projekt angemeldet. Andere Unternehmen sind dagegen noch skeptisch. Grund ist vor allem, dass sich das Shoppen durch die verpflichtenden Corona-Tests eher erschwert. Auch in der Stadt Emden hat bei den Planungen die Skepsis überwogen, sagt Oberbürgermeister Tim Kruithoff.

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit die gerade herrscht, sagt ja dann auch keiner “jawoll, das will ich machen”. Wir hatten aber grundsätzlich eine sehr sehr hohe Bereitschaft, dabei zu sein.

Tim Kruithoff, Oberbürgermeister der Stadt Emden

Die Stadt Emden hatte gestern schon die Reißleine gezogen, weil das Land den Termin immer weiter rausgeschoben hat. 

Bund diskutiert über neues Infektionsschutzgesetz

Die Bundesregierung will heute die Neuerung vom Infektionsschutzgesetz auf den Weg bringen. Damit sollen die sogenannte Corona-Notbremse und andere Maßnahmen gegen die Pandemie vereinheitlicht und an eine konkrete Inzidenz gebunden werden. Sobald eine Kommune den Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreitet, sollen strengere Kontaktbeschränkungen gelten. Auch über eine einheitliche Ausgangsbeschränkung von 21 bis 5 Uhr wird diskutiert. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hätte nichts gegen bundesweit einheitliche Corona-Regeln.

Landkreis Wittmund: positives Zwischenfazit für das Impfzentrum 

Der Landkreis Wittmund zieht ein positives Zwischenfazit für das Impfzentrum in Esens. Laut Kreisverwaltung seien bisher 95 Prozent der vom Land vergebenen Termine auch wahrgenommen worden. Bei den restlichen fünf Prozent würde regelmäßig auf die Warteliste vom Land zurückgegriffen werden. Das klappe bisher auch sehr gut. Bisher wurden fast 7700 Personen im Landkreis Wittmund erstgeimpft, knapp 3700 haben schon die zweite Spritze gegen Corona erhalten. 

Mariengymnasium Jever zieht positives Fazit nach ersten beiden Tagen der Selbsttest-Pflicht

Nach den ersten beiden Tagen der Selbsttest-Pflicht zieht das Mariengymnasium in Jever eine positive Zwischenbilanz. Zwar habe es Probleme bei den Lieferungen der Testkits gegeben, trotzdem konnte man alle Schüler mit den Selbsttests versorgen, so Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck.

Es hat natürlich einige Befreiungsanträge von der Präsenzpflicht gegeben, das ist ja auch vom Land so geregelt. Das ist von uns dann auch so zu akzeptieren. Ansonsten haben wir viel positives Feedback bekommen.

Jürgen Ploeger-Lobeck, Schulleiter Mariengymnasium Jever

Knapp 900 von fast 1000 Schülern haben sich am Mariengymnasium in Jever gestern die Testkits abgeholt. Der Schulleiterverband in Niedersachsen hatte den Start gestern kritisiert – zum einem für die Lieferung der Testkits, zum anderen für die schlechte Kommunikation mit dem Kultusministerium.

Trägergesellschaft befürchtet keine Überlastung der Intensivstationen

Entgegen den Warnungen von Intensivmedizinern bundesweit befürchten die Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden keine Überlastung der Intensiv-Kapazitäten. Im Moment gebe es noch genug Platz, heißt es von der Trägergesellschaft der Krankenhäuser. Solange die Fallzahlen nicht stark ansteigen, werden keine Engpässe erwartet. Das hänge aber auch davon ab, wie viele Notfälle es unabhängig von Corona gebe. Grundsätzlich stünden in den drei Häusern etwa 50 Betten für Intensivpatienten bereit. Überlastet seien im Moment größtenteils Krankenhäuser in Ballungsräumen. An der Küste fällt aber auf, dass schwer erkrankte Corona-Patienten jünger werden. Der Trend ist auch bundesweit zu beobachten.

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