×
Wähle jetzt deinen Channel aus: Radio Nordseewelle Livestream Radio Nordseewelle (Region Wilhelmshaven / Friesland)
skip to Main Content
04931 973000
info@radio-nordseewelle.de

10.12.2021

Weihnachtsruhe für Niedersachsen kommt

In Niedersachsen wird es in diesem Jahr eine sogenannte Weihnachtsruhe geben. Wie Ministerpräsident Stephan Weil soeben angekündigt hat, wird vom 24. Dezember bis zum 2. Januar landesweit die dritte Warnstufe gelten. Demnach sind größere Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen dann verboten, außerdem müssen Discotheken geschlossen bleiben. Man benötige diese Regeln, um gut durch die Feiertage zu kommen, so Weil.

„Ich bin wirklich einigermaßen, ich muss sagen beunruhigt über das, was Anfang des Jahres auf uns zukommen kann. Wir müssen uns alle immer wieder daran erinnern, dass wir ganz persönlich eine Verantwortung haben, jetzt auch in dieser schwierigen Phase der Pandemie gut in Niedersachsen durchzukommen, so wie wir das bis jetzt immer geschafft haben.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil
  • Die neuen Regeln bedeuten, dass für Ungeimpfte strenge Kontaktbeschränkungen auf einen Haushalt plus zwei Personen gelten. Kinder unter 14 Jahre zählen nicht mit. Kindergeburtstage sind also weiter möglich.
  • Außerdem sind in dieser Zeit private Zusammenkünfte von geimpften und genesenen Personen nur noch bis 25 Personen im Innenbereich und bis 50 Personen im Außenbereich zulässig. Dies ist eine Verschärfung im Vergleich zur normalen Warnstufe 3. Kinder und Jugendliche werden bei den 25 Personen mitgerechnet.
  • Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen sind generell in Warnstufe 3 und damit auch zwischen dem 24. Dezember 2021 und dem 2. Januar 2022 sowohl drinnen als auch draußen nur noch zulässig, wenn alle Teilnehmenden geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sind (Ausnahmen von der Testverpflichtung siehe unten).
  • Tanzveranstaltungen sind generell in Warnstufe 3 und in Hotspots verboten (also auch zwischen dem 24. Dezember 2021 und dem 2. Januar 2022), ebenso Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen und Messen.
  • Weihnachtsmärkte müssen in dieser Zeit schließen, ebenso alle Clubs und Diskotheken. Auch dies gilt zukünftig generell in Warnstufe 3 und in Hotspots.
  • Im Übrigen gilt 2G im Einzelhandel und 2Gplus in vielen weiteren Bereichen, solange nicht die Kapazität deutlich auf maximal 70 Prozent gesenkt wird.

Weihnachtsferien werden nicht vorgezogen

Die Weihnachtsferien werden in Niedersachsen in diesem Jahr aber nicht vorgezogen. Laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne bleibt der 22. Dezember der letzte Schultag. Eltern, die für die Weihnachtstage aber besonderen Schutz benötigen, weil sie beispielsweise noch nicht vollständig geimpft sind, können jedoch einen Antrag stellen, dass ihre Kinder drei Tage vor Beginn der Weihnachtsferien vom Präsenzunterricht befreit werden. Schulbeginn im neuen Jahr bleibt der 10. Januar.

Gericht setzt 2G-plus-Regel außer Kraft

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat die 2G-plus-Regel bei körpernahen Dienstleistungen in Niedersachsen außer Kraft gesetzt. Man dürfe nicht beispielsweise von einem Friseurbesuch ausgeschlossen werden, wenn man nicht geimpft ist, so das Gericht. Das Infektionsrisiko sei in diesen Bereichen sowieso nur begrenzt. Die Landesregierung reagiert auf den Beschluss und hat angekündigt, die neue Corona-Verordnung zu überarbeiten. Sie soll demnach nicht schon morgen, sondern am Sonntag in Kraft treten.

Landkreis Friesland: Impfangebote für heute ausgelastet

Der Landkreis Friesland bittet, Impfwillige nicht mehr zu den Impfaktionen heute in Varel und Zetel zu kommen. Seit dem Vormittag gebe es einen großen Andrang dort – man wolle lange Warteschlangen verhindern, so eine Kreissprecherin. In Zetel gebe es außerdem keinen Impfstoff mehr. Die nächste Impfaktion im Kreis Friesland wird am kommenden Montag in Schortens angeboten.

Mehr Impfstoff für Emden

Die Stadt Emden kann bis Ende des Jahres noch 2.400 weitere Impftermine anbieten. Grund ist, dass der Bund der Stadt jetzt doch größere Impfstoffmengen zugesagt hat. Die Impfungen finden im neuen ambulanten Impfzentrum statt. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass für eine Booster-Impfung weiterhin ein Abstand von mindestens fünf Monaten zwischen Zweit- und Drittimpfung eingehalten werden muss.  

Verwirrung um Booster

Die Boosterimpfung ist doch nicht schon vier Wochen nach der Zweitimpfung möglich. Die Stadt Emden und der Kreis Friesland hatten das gestern angekündigt. Hintergrund war eine Anordnung vom Land Niedersachsen. Nach einem Bericht der OZ gab es aber ein Missverständnis. So beziehe sich das Land in seinem Schreiben nur auf Personen, die ohnehin in der Schlange zum Impfzentrum stehen. Die sollten nach Möglichkeit nicht weggeschickt werden. Generell bleibt der  empfohlene Abstand zwischen Zweit und Drittimpfung bei fünf Monaten.

Heute schon Entscheidung über Weihnachtsruhe?

In Niedersachsen könnte es schon heute eine Entscheidung über Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten geben. Ministerpräsident Stephan Weil kündigte an, dass das Land im Zuge der Änderung der Corona-Verordnung darüber entscheiden wolle. Die neue Veroerdnung soll ab morgen gelten. In den Bund-Länder-Beratungen gestern habe die von Weil vorgeschlagene Weihnachtsruhe keine Rolle gespielt, sagte der Ministerpräsident. Weil hatte für den Zeitraum nach Weihnachten kurzzeitige Kontaktbeschränkungen, auch für Geimpfte, in den Raum gestellt.

Übersterblichkeit auch in Niedersachsen

Die Corona-Pandemie hat auch in Niedersachsen für eine Übersterblichkeit gesorgt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind in Niedersachsen zwischen März 2020 und Februar dieses Jahres rund 98.000 Menschen gestorben. Das sind knapp 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Demnach seien deutschlandweit deutlich mehr Menschen verstorben, als aufgrund der Altersstruktur im Land zu erwarten gewesen wären. Diese Entwicklung sei maßgeblich durch die Pandemie beeinflusst.

Back To Top