×
Wähle jetzt deinen Channel aus: Radio Nordseewelle - Ostfriesland Radio Nordseewelle - Wilhelmshaven / Friesland Radio Nordseewelle - Oldenburg / Bremen / Bremerhaven Radio Nordseewelle - Sylt Radio Nordseewelle - only80s Radio Nordseewelle - only90s
skip to Main Content
04931 973000
info@radio-nordseewelle.de

DIE AKTUELLEN VERORDNUNGEN VOM LAND NIEDERSACHSEN 

Was ist an Weihnachten erlaubt?

Ein Hausstand darf sich mit maximal 4 weiteren engen Angehörigen treffen. Kinder unter 14 Jahren sind davon ausgenommen. Dabei ist es egal, ob Personen aus mehr als zwei Haushalten kommen und insgesamt mehr als fünf Personen anwesend sind. Diese Ausnahme gilt nur vom 24. bis zum 26. Dezember.

Als “enge Angehörige” definiert die Bundesregierung:

1. Ehepartner, Lebenspartner, Partner aus nichtehelicher Lebensgemeinschaft

2. Verwandte gerader Linie – also Großeltern, Eltern, Kinder, Enkelkinder

3. Geschwister, Geschwisterkinder

4. Die Haushaltsangehörigen der Geschwister und Geschwisterkinder, also beispielsweise deren Stiefeltern

5. Beliebig viele Kinder unter 14 Jahren dürfen bei jedem Treffen dabei sein

Außerdem wird eine fünf bis siebentätige Vorquarantäne empfohlen.

Welche Regeln gelten aktuell?

Wie schon im Frühjahr wird das öffentliche Leben coronabedingt drastisch eingeschränkt – auch zu Weihnachten und Silvester. Regierungschef Weil wirbt um Verständnis für den neuen Lockdown.

Der nächste Lockdown ist beschlossen: Drastische Kontaktbeschränkungen und die Schließung des Einzelhandels von Mittwoch an sollen auch in Niedersachsen die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. «Wir wollen alles uns Mögliche tun, um Menschenleben zu retten», betonte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Sonntag nach erneuten Beratungen von Bund und Ländern.

Konkret sieht der neue Beschluss vor, dass am Mittwoch alle Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf benötigt werden, schließen müssen. Supermärkte und Drogerien beispielsweise bleiben aber offen. Mit Ausnahme vom 24. bis 26. Dezember dürfen sich nur fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Eltern von Schul- und Kitakindern sind aufgefordert, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Gottesdienste bleiben unter Auflagen erlaubt. Zum Jahreswechsel gilt ein Feuerwerks- und Versammlungsverbot.

Über Weihnachten wird die Kontaktbeschränkung gelockert: Dann sind Treffen eines Haushalts mit vier weiteren Personen zulässig, sofern es sich um Angehörige und deren Partner handelt. Hinzu kommen Kinder bis 14 Jahre. Das bedeutet, dass mehr als zwei Hausstände oder mehr als fünf Personen über 14 Jahre zusammen Weihnachten feiern können.

«Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist besorgniserregend», sagte Regierungschef Weil. Er warb daher um Verständnis für die Maßnahmen. «Wir sehen in ganz Deutschland und auch in Niedersachsen besonders ruhigen und stillen Feiertagen entgegen. Bitte machen Sie das Beste daraus und denken mit uns gemeinsam an all diejenigen, die schon jetzt mit den schweren Folgen des Coronavirus kämpfen oder die bereits um Angehörige oder Freunde trauern.»

Weil rief zudem dazu auf, nicht zu Wochenbeginn noch zu Last-Minute-Weihnachtseinkäufen in die Geschäfte zu gehen. «Bitte verzichten Sie darauf, morgen und übermorgen zu versuchen, rasch noch all das einzukaufen, was sie noch nicht besorgen konnten.» Als Alternative schlug er Gutscheine oder Bestellungen im örtlichen Einzelhandel vor.

Weils Stellvertreter Bernd Althusmann reagierte mit Bedauern auf die Schließung des Einzelhandels. «Als Wirtschaftsminister tut mir das erneute Herunterfahren in der Seele weh», sagte der CDU-Politiker und betonte, die vom Bund angekündigten Hilfen von etwa elf Milliarden Euro müssten den betroffenen Unternehmen schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt werden. «Auch als Land unternehmen wir unser Möglichstes, um Unternehmen und Betriebe weiterhin zu unterstützen. Wenn wir jetzt Ruhe bewahren, können wir uns für das Frühjahr eine gute Perspektive erarbeiten.»

Auch Bremen will nach Worten von Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) die leicht gelockerten Kontaktbestimmungen für die Zeit vom 24. bis 26. Dezember übernehmen. Ansonsten bleibe es aber bei dem Grundsatz, dass sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürften. «Das war heute eine der kürzesten Beratungen der Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen mit der Kanzlerin», sagte Bovenschulte. «Wir alle waren und sind uns des Ernstes der Lage bewusst.» In der jetzigen Situation sei ein deutschlandweit einheitliches, klares und entschiedenes Handeln notwendig.

Der Handelsverband Niedersachsen-Bremen warnt allerdings vor schwerwiegenden Folgen für die Unternehmer. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Mark Alexander Krack, bezeichnete den angekündigten Lockdown in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» als «eine Katastrophe» für viele Innenstadthändler. «Auch wenn wir Verständnis für die Notwendigkeit schärferer Maßnahmen bei steigendem Infektionsgeschehen haben, mindestens ein Viertel unseres Weihnachtsgeschäfts wird dadurch abgeschnitten», sagte Krack. Die Branche fürchte zudem, dass die Schließung über den anvisierten 10. Januar hinaus dauern könnte.

Die Neuansteckungen mit dem Coronavirus in Niedersachsen sind im Vergleich zur Vorwoche weiter gestiegen. Das Landesgesundheitsamt meldete am Sonntag 1138 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Das waren 265 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle stieg um 4 auf 1420. Der landesweite Sieben-Tage-Wert lag bei 94,2 Infektionen pro 100 000 Einwohner.

Nichtsdestotrotz musste die Polizei selbst in besonders stark betroffenen Regionen bei größeren Feierlichkeiten einschreiten. Alleine in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta lösten die Beamten am Wochenende fünf Partys auf. In Vechta waren die Beamten zu einer Ruhestörung gerufen worden, woraufhin sie eine Gruppe von 21 Menschen aus acht Haushalten feststellten, die gemeinsam einen Geburtstag feierten. Nach Angaben der Polizei hielten die Beteiligten weder Abstand noch trugen sie einen Mund-Nase-Schutz. In einer Nachbarwohnung lösten die Polizisten im Anschluss gleich die nächste Feier auf – in diesem Fall mit 18 Personen aus drei Haushalten.

In Ganderkesee im Landkreis Oldenburg schlossen sich Feiernde nach einer Ansprache durch die Polizei sogar in einer Gaststätte ein, wo sie die Anweisungen der Beamten ignorierten. Ein Schlüsseldienst öffnete die Gaststätte, woraufhin die Polizei die Party auflöste. Gegen acht Personen im Alter von 24 bis 63 Jahren wird ermittelt.

Die FDP in Niedersachsen und Bremen erneuerte derweil ihren Ruf nach einer längerfristigen Strategie im Umgang mit dem Coronavirus. Damit die Bürger die Maßnahmen akzeptierten, sei eine «verlässliche Langfriststrategie bis zum Sommer» notwendig, sagte der niedersächsische FDP-Fraktionschef Stefan Birkner.

Back To Top